Historisches

Wer mehr über die Geschichte unseres Dorfes erfahren will, sollte sich einmal das Dorfarchiv im Kirchturm anschauen. Gerne werden dort noch historisch interessierte Mitstreiter gesucht.

Ergebnisse eifriger und fundierter Recherchen finden sich zukünftig in der Rubrik Historisches auf unserer Homepage. Regelmäßig werden hier neue Artikel eingestellt. 

Der 25. Februar 1945 bleibt in Hetzerath unvergessen. An diesem Tag endet um 15.20 Uhr mit der Befreiung des Dorfes durch amerikanische Soldaten der 2. Weltkrieg bei uns. Dieser Beitrag ist Teil unserer Geschichte, die viele Menschen in ganz Deutschland mit dem Untergang des Naziregimes in ähnlicher Weise mit der Stunde Null erlebten. Den Frieden zu wahren und sich der Geschichte ob jeglicher nationalistischer und faschistischer Strömungen zu erinnern, bleibt Teil unserer DNA.

Die deutsche Winter-Gegenoffensive im Dezember 1944 zwang die Neunte US-Armee, die Operationen vorübergehend einzustellen. Als die deutsche Ardennen-Offensive scheiterte, wollten die Alliierten rasch zu einer General-Offensive entlang der gesamten Rurfront zurückkehren. Die Neunte US-Armee bereitete die Überquerung der Rur Ende 1944 in unserer Region vor. Am 23. Februar 1945 überquerte die 84. Division die Rur an mehreren Abschnitten in Angriffsbooten im Rahmen der Operation Grenade, u.a. in Linnich, Körrenzig und Rurich.

Der Plan für den 25. Februar sah vor, daß das 1. und 3. Bataillon 334 gemeinsam von Baal aus (am 23. Februar um 21.15 Uhr eingenommen) nach Granterath und anschließend nach Hetzerath vorrückt. In der Zwischenzeit sollte das 2. Bataillon 335 als Absicherung von Doveren nach Houverath vorrücken.

 

 

Das 3. Bataillon startete um 09.30 Uhr den geplanten Vormarsch Richtung Granterath und stieß auf hartnäckigen Widerstand aus den Wäldern nördlich von Baal auf beiden Seiten der heutigen Straße B 57. Daraufhin wurde das Panzerbataillon A/771 gerufen, um den deutschen Widerstand unter Beschuß zu nehmen. Die Panzer eliminierten einen Halbkettenpanzer und zwei Maschinengewehre. Ein Mark-V Panzer ermöglichte es der Infanterie, weiter vorzurücken. Nach der Einnahme von Granterath um 14.15 Uhr ging der Angriff von dort aus in Richtung Hetzerath.


Ein amerikanischer Panzer in Granterath

Das 1. Bataillon gewann Boden ohne weitere Panzerunterstützung und kam bis auf einen Kilometer nach Hetzerath voran. Heckenschützen hielten die vorrückende Kompanie für eine kurze Zeit zurück. Einheiten des 2.  Bataillons folgten zur Unterstützung. Deutsche Maschinengewehre im Süden von Hetzerath versuchten vergebens den Vormarsch ins Dorf zu verhindern. Am 25. Februar 1945, nur zwei Tage nach dem D-day, wurde Hetzerath um 15.20 Uhr von automatischen Waffen und Handfeuerwaffen befreit.


Deutsche Soldaten in Hetzerath nach der Befreiung

Bei der Einnahme von Hetzerath wurden auch fünf deutsche Panzer beobachtet, die beim Vordringen des 1. Bataillons Hetzerath in Richtung Norden verlassen haben.

Quelle: Dies ist ein Auszug in freier Übersetzung der umfassenden Dokumentationen CSI Battlelbook 19-B, Roer River Crossing  sowie  der 334. Infantry, 84. Division (in englischer Fassung). Genauere Angaben zur Befreiung von Hetzerath sind auf den Seiten 135-138 in dem Dokument Fortune favored the brave: A history of the 334th infantry, 84th division  nachzulesen. Andere Quellen, insbesondere aus Sicht ehemaliger Dorfbewohner liegen leider bisher nicht vor.